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Rund um Gerresheim Veranstaltungen Wildbienen

Führung über den Hexhof

Insektenhotels vor dem Gebäude des Hexhofes

Die Leiterin der Landschaftspflegestation Hexhof, Nina Jäger, hatte der Initiative angeboten, Interessierte über das Gelände zu führen, und Anfang September 2020 haben wir diese Gelegenheit genutzt.

Nina Jäger (rechts), die Leiterin der Landschaftspflegestation, mit Mitgliedern der Initiative vor einem ehemaligen Frühbeet, das nun Wildbienen Nistmöglichkeiten bietet, die ihre Eier im Boden ablegen.
Auf einer Streuobstwiese auf dem Hexhofgelände.
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Wildbienen

Deutschland summt

So nennt sich eine Initiative, die es sich zum Ziel gesetzt hat, möglichst viele Bürgerinnen und Bürger in ganz Deutschland dafür zu begeistern, den Bienen vielfältige Lebensräume bereitzustellen.

Auf der Internetseite der Initiative kann man sich einen von Reinhard Horn mit Kindern und Jugendlichen aufgenommenen “Bienensong” anhören, und ein “Gartensong” ist auch schon in Arbeit.

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Wildbienen

Lebenswichtige Insekten

Dieser Artikel wurde von Sabine Klaucke für die Düsseldorfer Umweltzeitschrift grünstift geschrieben. Wir freuen uns, ihn übernehmen zu dürfen, weil er gut zu anderen Aktivitäten unserer Initiative passt.

Mit fast einer Million Arten machen die Kerbtiere rund 60 Prozent aller auf der Erde beschriebenen Tierarten aus. Trotz ihrer meist kleinen Größe wird die Masse aller Insekten auf rund eine Milliarde Tonnen geschätzt – was etwa 25 mal soviel ist wie die Masse aller wildlebenden Säugetiere zusammen. Mit Ausnahme der Ozeane sind sie in fast allen Lebensräumen und Gebieten der Erde zu finden.

Das lateinische insectum bedeutet „eingeschnitten“ und bezieht sich auf die stark voneinander abgesetzten Körperteile Kopf, Brust und Hinterleib. Je drei Beine setzen rechts und links vom Brustteil an und sind gegliedert in Hüfte, Schenkelring, Oberschenkel, Schiene und Fuß. Dazu kommen je nach Art unterschiedliche Mundwerkzeuge, Flügel, Kopfschmuck… So vielfältig wie ihr Aussehen, so vielfältig sind auch ihre Lebensweisen, ihre Fähigkeiten und dementsprechend ihre Rolle im Naturhaushalt.

Pollen und Früchte

Das wissen inzwischen alle: Die Bienen machen Honig aus dem Nektar der Blüten und bestäuben die Blumen. Aber nicht nur Honigbienen tragen Pollen von Blüte zu Blüte, dies tun auch Wildbienen, Schmetterlinge, Mücken oder Fliegen. 80 bis 90 Prozent aller Blütenpflanzen werden durch Insekten bestäubt. Die Verbreitung der Pflanzen wird auch durch den Weitertransport der Samenkörner gesichert; dies übernehmen z.B. Ameisen.

Wo Pflanzen sind, gibt es Lebensraum und Futter für andere Lebewesen. Von ihren Früchten, also Sämereien, Nüssen und Beeren, ernähren sich beispielsweise viele heimische Singvögel. Spatzen z.B. sind reine Körnerfresser. Indirekt sind schließlich alle pflanzenfressenden Tiere von den Bestäubern abhängig. Inklusive wir Menschen, die wir Obst- und Gemüse essen.

Fressen und gefressen werden

Nicht nur wegen der Bestäubung sind die Insekten unersetzbar, sie dienen auch als Nahrung für viele andere Tiere, beispielsweise für Eidechsen und für Amphibien wie Frösche. Die ganze Säugetierordnung der Insektenfresser, zu der Igel und Maulwürfe gehören, hat sich auf diese proteinreiche Nahrung spezialisiert. Viele Singvogelarten wie die Amsel ernähren sich ganzjährig von Insekten, und fast alle brauchen sie als Futter für die Aufzucht ihrer Jungen.

Auch innerhalb des Insektenreiches herrscht ein raues Fressen und Gefressenwerden. Einige Arten brauchen andere Insekten als Nahrung oder Wirte für ihren Nachwuchs. Schlupfwespen parasitieren an den Eiern von Motten oder der Weißen Fliege, Marienkäfer und ihre Larven ernähren sich von Blattläusen, ebenso die Florfliegen. Damit sind diese Arten auch als nützliche Helfer zur biologischen Schädlingsbekämpfung im Gartenbau interessant geworden.

Der Boden wird bearbeitet

Viele Insekten – auch andere Tiere wie Regenwürmer und Asseln – ernähren sich von pflanzlichen und tierischen Zerfallsstoffen, ihr Kot wird von Mikroben weiter zersetzt. Die freigesetzten Nährstoffe verbessern die Bodenfruchtbarkeit; die Humusbildung wird gefördert und der Boden aufgelockert. Ein Boden, in dem es keine Bodenlebewesen gibt, hat keine natürlichen Nährstoffe mehr und ist tot. Das wird an den mit Pestiziden gespritzten Agrarwüsten deutlich; nur mit immer höheren Düngerzugaben lassen sich dort noch Erträge erzielen.

Im Wald bohren verschiedene Pionierinsekten wie Borkenkäfer und Holzwespen Löcher in Rinde und Holz von abgestorbenen Bäumen. Damit erleichtern sie die weitere Zersetzung durch Pilze und Mikroorganismen. So stehen die Nährstoffe aus dem Totholz wieder dem Stoffkreislauf zur Verfügung.

Direkter menschlicher Nutzen

Der Mensch zieht nicht nur beim Gartenbau weise Nutzen aus den Insekten. Aus dem Kokon der Seidenspinnerraupe wird Seide gewonnen und aus der Cochenille-Laus ein roter Farbstoff für die Kosmetik- und Lebensmittelindustrie. Trickreiche „Erfindungen“ der Insekten wie ihre Saugfüße sind Vorbilder für moderne Technik geworden.

Insekten sind Nahrung auch für unsere Spezies. Weltweit essen rund zwei Milliarden Menschen Insekten, vor allem in Asien, Lateinamerika und Afrika. Sie grillen Grashüpfer, marinieren Maden und rösten Raupen. In Europa aßen schon die Römer und Griechen Heuschrecken und Maden. In Deutschland war die Maikäfersuppe bis ins 19. Jahrhundert beliebt. Heute essen wir nur noch den Bienenhonig. Wenn zur Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung vermehrt auf Insekten gesetzt werden sollte, würden diese in großem Stil gezüchtet. Somit gäbe es keine Nahrungskonkurrenz zu den tierischen Insektenfressern. Der erschreckende Rückgang von Insekten und Vögeln weltweit hat sowieso andere Gründe.

Insektensterben – Arten und Masse

Um über 70 Prozent ist die Biomasse von Fluginsekten in den letzten 30 Jahren zurückgegangen, wie Insektenforschern bei Krefeld festgestellt haben. Laut weiteren Studien aus anderen Ländern geht der Bestand aller Insektenarten weltweit um mehr als 40 Prozent zurück. Das hat Folgen für alle Insekten-fressenden Arten wie die Vögel. Ganze Ökosysteme werden durch den Verlust instabil. Brechen sie ganz zusammen, ist unsere Ernährung gefährdet. Wenn der Schwund ungebremst weitergeht, könnten in zehn Jahren die Insekten bei uns ausgestorben sein, befürchtet Johannes Steinle, Tierökologe an der Uni Hohenheim: „Das stelle ich mir wie das Land Mordor aus ,Herr der Ringe‘ vor.“

Wenn wir das große Insektensterben noch aufhalten wollen, müssen wir vor allem weg von der industriellen Landwirtschaft mit ihren monotonen Agrarwüsten und dem großflächigen Einsatz von giftigen Chemikalien. Ein radikal anderes Denken und Handeln ist nötig, und das sofort.

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Wildbienen

Wildbienen sind im Ökosystem unverzichtbar

Dieser Artikel wurde von Lika Weingarten für die Düsseldorfer Umweltzeitschrift grünstift geschrieben. Wir freuen uns, ihn übernehmen zu dürfen, weil er gut zu anderen Aktivitäten unserer Initiative passt.

Von Honigbienen gibt es weltweit neun Arten; zur Honiggewinnung wird nur die Westliche Honigbiene (Apis mellifera), die wiederum 20 Unterarten hat, eingesetzt. Dagegen gibt es weltweit rund 20.000 Wildbienenarten, in Europa davon etwa 2.200 und in Deutschland 570. Unsere heimischen Arten können bis zu 3 Millimeter klein sein und sind oft überhaupt nicht als „Biene“ zu erkennen. Sie alle gehören aber zu den Echten Bienen.

Unterschiedliche Lebensweise

Die Honigbienen bilden einen Staat aus, der mehrere tausend Tiere umfassen kann. In einem faszinierenden Zusammenspiel sichern sie das mehrjährige Überleben ihres Volks, indem sie Nektar und Pollen als Nahrung für alle sammeln, und indem sie ihr „Haus“ erhalten und verteidigen. Mutter des gesamten Bienenvolks ist die Königin, die durch ständige Eiablage den Nachwuchs sichert, der dann von den Arbeiterbienen gepflegt wird. Die Königin lebt dabei mehrere Jahre, während die Arbeiterinnen im Sommer schon nach wenigen Wochen sterben.

Bei den Wildbienen sind es nur die Hummeln, die auch einen Staat mit Königin und bis zu 600 Tieren bilden. Sie sterben aber alle im Herbst; nur die Jungköniginnen überleben und gründen im nächsten Jahr ein neues Volk. Auch Hummeln sammeln Nektar und Pollen als Vorrat.

In der Regel sind Wildbienen aber Solitärbienen. D.h. jede einzelne weibliche Biene pflanzt sich fort und kümmert sich alleine um den Nachwuchs. Für den braucht sie eine sichere Unterkunft: Sie sucht vorhandene Löcher in einem Baum, bohrt einen markhaltigen Stengel auf oder gräbt einen Gang in den Erdboden. Dort hinein kommt eine Portion Pollen und Nektar und darauf ein Ei. Oft werden mehrere solcher Brutzellen hintereinander angelegt, am Schluss wird der Eingang verschlossen. Nachdem sie dies bis zu 30 Mal wiederholt hat, stirbt die Biene.

Nutztier und Wildling

Die heute von uns eingesetzten Honigbienen sind Nutztiere und das Ergebnis von Züchtung. Sie sind nicht aggressiv und bilden große Völker von bis zu 60.000 Tieren aus, die frei nicht mehr überleben können. Wichtig ist der Honigertrag, den sie einbringen, vor allem aber ihre Leistung als Bestäuberinnen: Von Berufsimkern werden sie zu den Fruchtfeldern und Obstplantagen im Erwerbslandbau hingefahren, sobald diese massenhaft aufblühen. Die Bienen fliegen dann meist 500 Meter weit.

Wie die Honigbienen sind auch viele Wildbienen „Generalisten“, einige haben sich aber auf eine bestimmte Pflanzenart als Pollenspender spezialisiert: Manche sammeln z.B. nur an Glockenblumen, andere nur an Wilder Möhre. Wildbienen fliegen auch ungern weiter als 300 Meter, denn dann lohnt der Aufwand nicht mehr. In einer abwechslungsreichen Agrarlandschaft finden alle Arten aber genügend Nahrung. Vor allem Grünland mit magere Wiesen bietet ihnen von Frühjahr bis Herbst reichlich Blüten. Mit der industriellen Landwirtschaft sind solche Flächen selten geworden. Entsprechend ist die Zahl der Wildbienenarten zurückgegangen; die Hälfte ist aktuell in ihrem Bestand gefährdet.

Überraschender Vergleich

Dabei leisten die Wildbienen unbemerkt einen weit größeren Anteil an der Bestäubungsarbeit als ihre beliebten gezüchteten Verwandten, die nur ein Viertel davon erledigen. Die Honigbiene ist auch keine gute Bestäuberin. Sie sammelt Pollen und Nektar auf getrennten Flügen, und so überträgt sie nicht bei jedem Blütenbesuch Pollen auf die nächsten Blütenstempel.

Wildbienen machen da keinen Unterschied. Und sie fliegen länger am Tag und auch bei kühlem Wetter. Hummeln fliegen dabei die schattigen, kühleren Bereiche unten am Obstbaum an, andere Wildbienen sammeln eher im mittleren Bereich, während die Honigbiene sich überwiegend ans obere Drittel hält. Hummeln sind auch schon im Februar unterwegs.

Durch ihre Leistung sind die Wildbienen auch für den Erwerbsanbau interessant geworden. Einige Arten werden inzwischen kommerziell vermehrt und in Obstplantagen oder in Tomaten-Gewächshäusern eingesetzt. Schließlich reichen knapp 1.000 Wildbienen aus – gegenüber mehreren zehntausend Honigbienen – um einen Hektar Apfelbaumplantage zu bestäuben.

Schwierige Konkurrenz

Wenn Honigbienen auf Obstplantagen und Rapsfelder gebracht werden, besuchen sie auch die kleineren Blühflächen in nächster Nachbarschaft. Dort sammeln aber auch Wildbienen. Die Honigbienen werden anschließend zu einem anderen blühenden Feld gefahren – diese Möglichkeit haben die Wildbienen am Ort nicht. Wo zwei Wochen lang ein Honigbienenvolk alles absammelt, bedeutet das den Verlust von rund 1.470 Wildbienen-Brutzellen.

Im Sommer, wenn die Hauptblüte vorbei ist, wird es eng für alle Bienen. Nur die Magerwiesen blühen dann noch, die meist naturnah bewirtschaftet werden oder in Naturschutzgebieten liegen. Naturschützer meinen, die besonderen Investitionen in solche Flächen sollen den heimischen wilden Arten zugute kommen. Sie wollen die Wildbienen bevorzugt fördern, da diese vor allem Wildpflanzen bestäuben und so für das ganze Ökosystem wichtig sind.

Auch in den Städten gibt es das Problem: Immer mehr Hobbyimker*innen machen mit ihren Völkern den Wildbienen Konkurrenz. Das Potential, kurzgeschorenen Rasen in Wildblumenwiesen umzuwandeln, wird weder vom Gartenamt noch von Firmen oder Privatleuten ausreichend wahrgenommen. Aber erst eine reiche Blühlandschaft mit Blüten unterschiedlicher Pflanzenfamilien ist ein Lebensraum, in dem Wildbienen und Honigbienen nebeneinander auskommen können.

Quelle: Pollichia-Kurier 2018, 2

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Wildbienen

Nisthilfen für Wildbienen und Wespen

Dieser Artikel wurde von Sabine Klauke für die Düsseldorfer Umweltzeitschrift grünstift geschrieben. Wir freuen uns, ihn übernehmen zu dürfen, weil er gut zu anderen Aktivitäten unserer Initiative passt.

Foto: Eberhard Kopp / pixelio.de

Insektennisthilfen sollen einerseits nützliche Insekten in den Garten locken zur Bestäubung der Nutzpflanzen, andererseits auch die Artenvielfalt erhalten, da viele solitär lebende, sogenannte Einsiedlerbienen- und Wespenarten in ihrem Bestand bedroht sind.

Diese Insektenarten brauchen eine Brutröhre, in der sie ihre Eier ablegen, oft mehrere Eier in einer Röhre, mit Trennwänden dazwischen. Die geschlüpften Larven leben bis zu ihrer Verpuppung vom eingelagerten Nahrungsvorrat. Bis der Nachwuchs die Brutzelle verlässt, verbringt er – je nach Art als Larve, Puppe oder Vollinsekt – ein Jahr und länger im Nest. Dann fliegt er dem Leben entgegen und hinterlässt eine freie „Wohnung“. Der Begriff Insekten“hotel“ ist daher wirklich unpassend.

Typische Fehler

Leider erfüllen nur wenige käufliche Nisthilfen ihren Zweck, und auch beim Eigenbau werden oft viele, teilweise für die Tiere sogar todbringende Fehler gemacht. Bohrlöcher im Holz imitieren Fraßgänge von z.B. Käfern im Holz; sie sind optimal als Nistplatz geeignet. Doch allzu oft wird billiges Weichholz oder Nadelholz verwendet, bei denen es fast unmöglich ist, die Innenwände glatt zu bekommen. Vor allem ausgefranste Bohrränder verletzen die Flügel der Tiere, was einem Todesurteil gleichkommt. Zu kurz abgelagertes Holz neigt zu Rissbildung – eindringende Feuchtigkeit führt dann zur Verpilzung der Brut. Das gleiche gilt für Bohrungen ins Stirnholz (das sind Querscheiben von Baumstämmen). Oft sind die Bohrlöcher auch zu weit und die Abstände zu klein.

Hohle Pflanzenstängel machen sich optisch gut und wären auch ideal, wenn richtig eingesetzt. Doch auch hier sind oft die Schnittkanten faserig, die Halme gequetscht und gesplittert – wiederum Verletzungsquellen für die Vierflügler. Viele Fächer der käuflichen „Hotels“ sind mit Kiefernzapfen, kleinen Holzstückchen, Borke, Heu oder Stroh gefüllt – angeblich als Überwinterungsplatz für Schmetterlinge und Co. Doch nirgendwo werden über positive Erfahrungen damit berichtet: Wohl doch nur Füllmaterial!

Weitere unsinnige Materialien sind Lochziegel mit scharfen Kanten, hinten offenen Gängen und zu großen Lochdurchmessern, oder Feuchtigkeit ziehende Ytong-Porenbetonsteine. Das Highlight für Forscherseelen sollen eingebaute Plexiglasröhrchen sein, um die Entwicklung der Tierkinder beobachten zu können. Besiedelt werden diese Röhren, doch Glas oder Acrylglas verhindern die lebensnotwendige Belüftung der Brutkammern. Vorhandene Pilzsporen entwickeln sich prächtig und überwuchern die Brut – eine regelrechte Todesfalle.

Und so wird’s gemacht

Wenn schon, dann richtig. So nimmt der Bienenfreund rund zwei Jahre abgelagertes Hartholz von Eiche, Buche, Esche, Ahorn oder Obstbaum, schleift die Oberflächen, verwendet hochwertige Holzbohrer mit Zentrierspitze und entfernt Bohrspäne durch immer wieder leichtes Herausziehen des Bohrers. Die Löcher sollen mindestens fünf bis sechs Zentimeter tief sein und einen Durchmesser von zwei bis neun Millimeter haben, mehrheitlich drei bis sechs Millimeter. Zum Schluss wird mit Pfeifenreiniger und Schmirgelpapier nachgearbeitet. Um Rissbildung zu vermeiden, müssen Abstände von ein bis zwei Zentimetern eingehalten werden. Auch ganze Holzstämme im Längsformat (Stammdurchmesser mindestens 15 Zentimeter) sind möglich; dünne, glatte Borke kann am Holz bleiben.

Man kann auch Naturstrohhalme, Schilf oder Bambus verwenden. Dabei ist auf saubere Schnittkanten zu achten, ebenso auf verschlossene Enden. Selbst ihre Löcher grabende Wildbienen mögen abgestorbene, markhaltige Stängel von Königskerze, Holunder oder Brombeere. Man kann sie im Garten an Ort und Stelle stehenlassen oder über den Winter trocknen und im Frühjahr in kleinen Bündeln schräg am Zaun oder Baum befestigen.

Ein Dach aus dicker Borke, Wellblech oder Recyclingmaterial, wie eine alte Radkappe oder ein halbierter Kanister, dient dem Regenschutz und sieht ansprechend aus. Sonnig, windgeschützt und mit unverbauter Einflugschneise an einer Mauer, Haus- oder Schuppenwand angebracht (nicht frei pendelnd!), fühlen sich die zukünftigen Bewohner des Domizils wohl. Zur Abwehr von Vögeln kann man das Bauwerk mit einem Drahtgeflecht oder Netz schützen.

Man muss allerdings auch wissen, dass rund 75 Prozent unserer über 500 einheimischen Wildbienen- und Wespenarten im Erdboden nisten. Absolut wichtig ist also vor allem eine naturnahe Gartengestaltung. Um in das Thema Wildbienen einzusteigen, sind die Nisthilfen aber schöne Anschauungsobjekte – übrigens auch auf dem Balkon.

Hilfreiche Infos

Sonderband „Nisthilfen für Wildbienen und Wespen” vom Verein Naturgarten, 5 Euro, über geschaeftsstelle@naturgarten.org. „Fertig zum Einzug: Nisthilfen für Wildbienen; Leitfaden für Bau und Praxis – so gelingt’s“ von Werner David, 18 Euro, Pala-Verlag.

Internetseiten:

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Veranstaltungen Wildbienen

Vortrag: Wildbienen

„Gerresheim nachhaltig“ GN veranstaltete am 27. Mai eine Videokonferenz zum Thema Wildbienen. Eva Lunkenheimer und Michael Süßer vom BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) referierten über diese bislang wenig beachtete Insektengruppe, die erst durch das allgemeine Insektensterben in den Mittelpunkt des Interesses gerückt ist.

Der Vortrag bot einen Einblick in die Artenvielfalt der Wildbienen: Mit ihren über 500 Arten in Deutschland sind sie eine ausgesprochen vielfältige und faszinierende Insektengruppe, die einen immer wieder ins Staunen versetzen kann. Die Referenten zeigten auch auf, weshalb mehr als die Hälfte ihrer Arten in Deutschland auf der Roten Liste stehen, also gefährdet sind: Vor allem Überdüngung und Unkrautbekämpfungsmittel machen ihnen das Leben schwer. Dabei sind sie in der Natur als Bestäuberinnen unverzichtbar. Im zweiten Teil des Vortrags gab es praktische Hinweise, was wir zu ihrer Rettung beitragen können – und warum man beim Kauf einer Wildbienen-Nisthilfe genau hinschauen muss.